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Beteiligung von Jugendlichen

Klaus Waiditschka
Jugendbildung und Sozialarbeit e. V.

Teilnehmende: Alle sind willkommen!

Für die Teilnahme an deutsch-polnischen Jugendbegegnungen kennt das DPJW nur zwei Kriterien, die junge Menschen erfüllen müssen: sie müssen in dem von den DPJW-Richtlinien vorgegebenen Alter sein und einen Wohnsitz in Deutschland oder in Polen haben (bzw. bei trilateralen Begegnungen in dem entsprechenden dritten Land).1 Nationalität oder Religion, Sprachkenntnisse und schulische Leistungen, körperliche oder geistige Einschränkungen spielen hingegen keine Rolle: Alle sind willkommen!


Manche Begegnungen werden für und gemeinsam mit einer bereits vorhandenen Gruppe geplant und vorbereitet. Dann sollten solche Situationen vermieden werden, die dazu führen können, dass Gruppenmitglieder (z. B. Schüler/-innen einer Klasse) von einer Teilnahme an der Begegnung ausgeschlossen werden. Worauf sollte man achten (einige Beispiele):

  • prüfen, ob alle Gruppenmitglieder die deutsche bzw. polnische Staatsangehörigkeit haben; falls dies nicht der Fall ist, genügend Zeit einplanen, um – falls erforderlich – ein Visum zu beantragen oder eine Genehmigung der Ausländerbehörde einzuholen;
  • den Teilnahmebeitrag niedrig halten, damit niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird: Neben Zuwendungen (z. B. vom DPJW) kann sich die Gruppe die Begegnungsreise „verdienen“, z. B. indem ein Teil der Kosten durch einen Kuchenbasar oder Flohmarktstand beim Schulfest oder durch kleine Dienstleistungen (gegen eine Spende für das Gruppenreise-Budget) eingeworben wird;
  • bei einer Begegnung mit Familienunterbringung die Teilnahme nicht an die Bedingung knüpfen, dass die Familie ein ausländisches Gastkind aufnehmen kann, weil die Wohnverhältnisse mancher Familien dies nicht zulassen; ggf. zusätzliche Gastgeber suchen oder doch auf eine Gemeinschaftsunterkunft ausweichen;
  • Fremdsprachenkenntnisse nicht zur Bedingung machen, sondern Unterstützung durch Sprachmittler/-innen anbieten und einplanen sowie bei der Programmgestaltung nicht so sehr auf verbale Information und Diskussion, sondern stärker auf spielerische Interaktion und nonverbale Kommunikation setzen;
  • die Erfüllung besonderer Bedürfnisse, z. B. aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen oder religiösen Regeln, bei der Ernährung, Mobilität oder Kommunikation sicherstellen; dazu müssen diese Bedürfnisse frühzeitig abgefragt und mit dem Begegnungspartner besprochen werden.

Wenn die Begegnung nicht für eine bestehende Gruppe geplant, sondern die Einladung zur Teilnahme öffentlich ausgeschrieben wird, sollte die Zielgruppe der Begegnung und eventuelle Auswahlkriterien transparent und nicht-diskriminierend beschrieben werden; dies gilt nicht nur für Texte, sondern auch z. B. für verwendetes Bildmaterial. Fühlen sich alle angesprochen? z. B. junge Menschen mit einer Behinderung oder mit ausländischen Wurzeln? Welche Möglichkeiten gibt es, mit einer solchen öffentlichen Einladung sog. benachteiligte Zielgruppen zu erreichen (z. B. über Einrichtungen und Verbände der Behindertenhilfe oder Heimerziehung, Flüchtlingsberatung oder ausländische Kulturvereine), welche Kooperationen sind dazu möglich und nötig? Wenn solche Zielgruppen mitgedacht und ebenfalls eingeladen werden, entstehen für die Planung und Vorbereitung der Begegnung zusätzliche Herausforderungen, die Zeit, evtl. Geld und professionelle Unterstützung erfordern; einige Hinweise dazu finden sich im Artikel „Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen“.

Nach der Einladung und Anmeldung bzw. Bestätigung der Teilnahme beginnt die Vorbereitung der Gruppe auf die Begegnung. Art und Umfang dieser Vorbereitung werden davon abhängen, ob es sich um eine örtliche Gruppe oder um Teilnehmende mit unterschiedlichen Wohnorten im ganzen Land handelt. Wo es möglich ist, sollte es ein persönliches Treffen zur Vorbereitung geben, weil sich die Teilnehmenden so (zumindest in der jeweiligen nationalen Gruppe) schon einmal kennenlernen, sich austauschen und Fragen stellen können. Wo die Entfernungen zu groß sind, muss auf schriftliche Informationen und elektronische Medien zurückgegriffen werden.


Folgende Elemente sollten bei der Vorbereitung nicht fehlen:

  • Vorstellung der Teilnehmenden und Mitarbeitenden mit ihren Interessen, Hobbys und ihrer Motivation; dies kann auch schon länderübergreifend geschehen, wenn man eine Facebook-Gruppe gründet, sich auf anderen sozialen Medien verabredet oder elektronische „Visitenkarten“ austauscht.
  • Aufmerksamkeit für individuelle und kulturbedingte Unterschiede wecken, Sensibilisierung für mögliche Fremdheitserfahrungen und sog. „Fettnäpfchen“, Hinweise zu Ähnlichkeiten und Unterschieden geben.
  • Besprechung eines Programmentwurfs mit Raum für eigene Ideen der Teilnehmenden und die ausdrückliche Aufforderung, solche Ideen einzubringen; Interessen und besondere Fähigkeiten (z. B. sportliche, kreative), die in der Gruppe vorhanden sind, können Anhaltspunkte und Anregungen für eine aktive Programmgestaltung durch die Jugendlichen geben.
  • Organisatorische und rechtliche Informationen sollten besprochen und zusätzlich schriftlich mitgegeben oder zugesandt werden, z. B.: Veranstalter/-innen und verantwortliche Gruppenleiter/-innen, Begegnungsort mit Adresse und Erreichbarkeit, Reiseinformation (Verkehrsmittel, Abfahrts- und Ankunftszeiten), Hinweis auf geltende Gesetze und gruppeninterne Regeln, Informationen zu Datenschutz und Umgang mit Foto- und Videomaterialien.

Teilnehmer/innen-Werbung

Bei offen ausgeschriebenen Begegnungsprojekten kann es manchmal schwierig werden, genügend Interessentinnen und Interessenten im eigenen Umfeld zu finden. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, die Suche nach Teilnehmenden auszuweiten; auf zwei Möglichkeiten wollen wir besonders hinweisen:

  • das DPJW veröffentlicht auf Wunsch der Organisatoren/-innen Einladungen zu einer Jugendbegegnung auf seiner Internetseite (unter „Aktuelles“);
  • EURODESK ist ein europaweites Netzwerk für Jugendmobilitäts-Information; es betreibt auf seiner Website auch einen „Lastminute-Markt“.

Materialien auf Deutsch:

  • Bojanowska, Joanna / Frassek, Dorota / Huminiak, Anna / Krasowska, Natalia / Mrówczyńska, Monika / Narr, Kristin / Soska, Dorota / Teffel, Michael / Wieczorkowska, Ewa / Zatylna, Magdalena: Das DPJW-Starterpaket (PDF), Teil 1, DPJW, Potsdam / Warschau 2019.

Materialen auf Polisch →

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